Olivia Twist

die perfekte naht

Nähen lernen

eine gerade naht

Perfekt Nähen

Die perfekte gerade Naht – ganz einfach!!

Ihr wollt mit dem Nähen anfangen und habt keine Vorkenntnisse?

Ihr könnt schon nähen und sucht noch ein paar Tipps und Tricks?

In meinen Tutorials findet ihr jede Menge Anleitungen um mit dem Nähen anzufangen.

Selber nähen bedeutet kreativ sein und Schönes erschaffen, Nützliches wird repariert und altes wird wieder aufgewertet.

Wer selbst näht kann individuell entscheiden: welcher Stoff, welche Farbe, welche Kombinationen, und wenn das Projekt dann fertig ist freut man sich.

Nähen ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit und eine schöne Möglichkeit, hin und wieder zur Ruhe zu kommen und ganz langsam etwas anzufertigen.

Fangt mit einfachen Projekten an und nehmt euch nicht zu viel vor.

Am Anfang wird nicht jede Naht perfekt, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Beginnt am besten mit fester Webware, wie Leinen, Baumwolle oder festen Wollstoffen (Webware), da sich diese am leichtesten verarbeiten lassen.

Vermeidet am Anfang dünne, rutschige Stoffe.

viele-stoffreste

Bügeln

Am besten ist es wenn man den Stoff vor dem Nähen wäscht, um späteres Einlaufen zu verhindern. Das ist leider ziemlich aufwendig und nicht immer wird der Stoff nach dem Waschen knitterfrei.

Meistens reicht es, wenn man den Stoff heiß und mit viel Dampf bügelt.

Ihr könnt den Stoff auch mit einer Sprühflasche befeuchten und dann heiß bügeln.

Ganz wichtig ist es allerdings, das der Stoff wirklich gut gebügelt ist, wenn ihr anfangt zu nähen, denn wenn der Stoff kraus ist, kann auch die Naht nicht gerade werden.

Erste Schritte

Jeder Stoff hat eine rechte und eine linke Stoffseite.

Die rechte Seite eines Stoffes wird auch oder „schöne“ Seite genannt, das ist die, die man später sehen soll.  Die linke Stoffseite ist später die Innenseite des Kleidungsstückes.

stoff, rechte und linke stoffseite
wir brauchen einen Nahtzugabe um den Stoff zusammenzunaehen

Die Nahtzugabe

Damit wir die beiden Stoffteile zusammennähen können, brauchen wir eine Nahtzugabe.

Bei der Nahtzugabe handelt es sich um den Abstand zwischen Naht und Schnittkante.

Die Nahtzugabe beträgt in den meisten Fällen 1 cm.

Rechts auf Rechts

Um zwei Stoffteile zusammenzunähen, werden die beiden Stoffe bündig rechts auf rechts gelegt, das heißt die „schöne“ Stoffseite liegt innen.

Es ist also auf beiden Seiten nur die linke Stoffseite zu sehen.

Normalerweise treffen die beiden Teile perfekt aufeinander.

zwei Stoffteile rechts auf rechts legen

Ausnahmen

In einigen Fällen allerdings, meistens am Halsausschnitt oder im Hosenschritt, haben wir eine spitz auslaufende Nahtzugabe. In diesem Fall müssen die beiden Teile da aufeinandertreffen, wo auch später genäht wird, also normalerweise bei 1 cm.

So ist es richtig!!!

So sollte es nicht gemacht werden!!!

Richtiges Heften mit Stecknadeln

Nahtzugabe einzeichnen

Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, könnt ihr euch die Nahtlinie auch mit Bleistift oder Kreide einzeichnen.

Das macht zwar etwas Arbeit, hilft aber gerade bei Rundungen enorm.

Stecknadeln

Vor dem Nähen stecken wir die beiden Stoffteile mit Nadeln oder Wonder Clips fest, da die Teile sonst beim Nähen verrutschen.

Zuerst am Anfang und am Ende der Naht eine Nadel quer stecken. Je nach Länge der Naht auch mittig oder an den Markierungen noch eine Nadel quer stecken. Dabei zeigen die Stecknadelköpfe nach außen, so dass ihr sie leicht beim Nähen leicht herausziehen könnt. Dazwischen stecke ich immer noch gerne ein paar Nadeln längs.

 

Ich empfehle euch nicht über die Stecknadeln zu nähen, da die Naht dann nicht besonders gerade wird.

Außerdem kann die Nähmaschinennadel dabei abbrechen.

 

Stoff mit Muster

Nur bei Stoffen mit Muster, ganz besondern bei Karomustern, müsst ihr ganz viele Nadeln stecken, sowohl quer als auch längs.

In diesem Fall empfiehlt es sich sogar, ganz langsam über die Stecknadeln zu nähen.

 

Heften

Ihr könnt die Teile natürlich auch heften.

Nehmt dazu richtiges Heftgarn und keine Nähseide, da diese zu sehr verrutscht.

Heftet immer direkt neben der Nahtlinie, damit ihr sie später besser entfernen könnt.

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Und nun geht’s ans nähen!

Stellt die Nähmaschine etwas weiter auf den Tisch und nicht direkt an die Kante, dadurch habt ihr etwas mehr Auflagefläche und der Stoff wird nicht gezogen.

Fangt immer vorher mit einer Stoffprobe an, am besten mit dem Stoff, den ihr auch verwenden wollt.

So müsst ihr später kein Fadengewirr wieder auflösen und es bleiben somit auch keine Löcher im Stoff.

Anhand der Nähprobe könnt ihr dann die Fadenspannung richtig einstellen.

Stichlänge

Normalerweise wird mit einem Gradstich, also mit einem einfachen geraden Stich mit einer Stichlänge von 2,5 mm genäht.

Eine kurze Stichlänge von 1,5 mm empfiehlt sich bei dünnen Stoffen oder auch in Rundungen.

Die ganz lange Stichlänge wird meistens nur zum Heften oder zum Absteppen genutzt.

Einfädeln

Die Nähmaschine einfädeln und den Ober- und Unterfaden nach hinten wegziehen.

Die Nadel steht normalerweise auf der mittleren Position und befindet sich oben.

Ich benutze zum Nähen am liebsten ein durchsichtiges Nähfüßchen und nicht den Standardnähfuß, da hat man einfach alles besser im Blick, besonders in den Rundungen

Die meisten Nähte werden mit einer Nahtzugabe von 1 cm genäht, das ist so in etwa Nähfüßchenbreit. Am besten ihr messt das bei eurer Nähmaschine aus.

Unter dem Nähfuss sind auf der Nähmaschine Linien eingraviert, die einen bestimmten Abstand zur Nadel anzeigen.

Auch bei grösseren Nahtzugaben wir z. B. bei Säumen, könnt ihr die Stoffkante an der Nähplatte ausrichten.

Am Anfang ist es eine große Hilfe, wenn ihr mit einem Klebeband die Breite kennzeichnet, dann könnt ihr die Stoffkante genau an das Klebeband anlegen.

Nun legen wir den Stoff an die 1-cm Linie und senken den Nähfuss. 

Am besten ist es, wenn ihr nicht direkt am Anfang des Stoffes anfangt zu nähen, sondern 4 – 5 mm später. Dadurch wird verhindert, dass die Nähmaschine den Stoff „frisst“, d. h. der Stoff wird nach unten gezogen und verheddert sich.

Jetzt den Nähfuß senken und mit einem Gradstich nähen.

Wer ganz sichergehen möchte, kann zur Kontrolle mit dem Handrad die Nähmaschinennadel runterdrehen, so dass sie in in Stoff einsticht. Wenn ihr dabei noch die beiden Fäden hinter dem Nähfuesschen festhaltet kann eigentlich nichts mehr passieren.

Das Handrad immer so drehen, das die Nähmaschine vorwärts näht, in den meisten Fällen ist das in eure Richtung

Damit die Naht am Anfang und am Ende nicht wieder aufgeht, muss verriegelt werden.

Dazu näht man 2- 3 Stiche vorwärts und dann mit der Rückwärtstaste 2 – 3 Stiche zurück. Danach näht man ganz normal vorwärts weiter.

An Stelle des Rückstrichs können die Fadenenden natürlich auch verknotet werden.

Während des Nähens müsst Ihr darauf achten, dass der Stoff durchgehend an der Füßchenkante (oder an der gekennzeichneten Linie der Stichplatte) entlangläuft.

Damit die Naht auch wirklich gerade wird schaut dabei am besten auf den vorderen Rand des Nähfüßchens und nicht auf die Nadel.

Mit beiden Händen den Stoff begleiten, ohne hinten zu ziehen, der Stoff wird so automatisch richtig geführt und die Naht wird gerade!

Manchmal staut sich der Stoff vor dem Nähfüßchen, besonders bei dünnen Stoffen oder auch in Kurven. In diesem Fall hin und wieder das Nähfüßchen hochheben, die Nadel bleibt im Stoff, den Stoff glattstreichen, Füsschen wieder runterlassen und weiternähen. Auf diese Weise entstehen nicht diese hässlichen Falten, die man oft bei gekaufter Kleidung findet.

Auch am Ende der Naht höre ich 3 – 4 mm vorher auf und verriegele mit einem Rückwärtsstich.

An Stelle des Rückstichs können die Fadenenden natürlich auch  verknotet werden.

Bevor wir den Nähfuss heben, bringen wir die Nadel nach oben (evt. mit Hilfe des Handrads), bei neueren Nähmaschinen bleibt die Nadel meist automatisch oben und heben erst dann das Nähfüßchen. Dadurch wird der Faden locker und wir können den Stoff nach hinten ziehen.

Manchmal muss man ein paar Mal am Handrad vor und zurück drehen, damit der Faden locker wird und wir den Stoff wegziehen können.

Den Stoff immer nach hinten herausziehen, damit die Nadel nicht schief wird.

Alle Fäden so nahe wie möglich abschneiden, so das wir ein sauber genähtes Kleidungsstück haben.

Und nun - bügeln, bügeln, bügeln….

Deshalb –    das Bügeleisen von Anfang an bereitstellen!

Die eben genähte Naht bügeln!

Dadurch werden Unebenheiten der Naht geglättet. Dieser Arbeitsschritt ist wirklich ganz wichtig, damit euer selbst genähtes Kleidungsstück wie gekauft aussieht.

Macht immer vorher eine kleine Bügelprobe, besonders bei dunklen Stoffen, da diese schnell mal glänzen.

Erst danach können wir die Nahtzugabe auf eine Seite bügeln oder auseinanderbügeln. Falls der Dampf des Bügeleisens nicht ausreicht, könnt ihr mit einem feuchten Tuch nachhelfen oder ihr befeuchtet den Stoff mit einer Sprühflasche.

Nahtzugaben versäubern

Versäubern heißt, das ausfransen der Schnittkanten verhindern.

Hier gibt es viele Möglichkeiten.

Am einfachsten geht das, wenn man beide Nahtzugaben zusammenlegt und mit einem einfachen Zick-Zack Stich versäubert.

Wenn die Nahtzugabe auseinandergebügelt werden soll, muss jede Nahtzugabe einzeln versäubert werden. Dazu näht ihr mit einem Zick-Zack-Stich am seitlichen Rand, so dass die Nadel einmal in den Stoff einsticht und einmal am rechten Rand daneben.

Macht auch hier immer vorher eine Nähprobe.

 

Versäubern mit den Abkettel- oder Overlockfuss

Diesen Nähfuß gibt es für viele Nähmaschinentypen.

Ihr könnt damit den herkömmlichen Zick-Zack-Stich oder einen speziellen Overlock-Stich verwenden.

Die Metallstege des Fußes halten den Stich auf konstanter Breite und verhindern dadurch unschönes Kräuseln.

Kauft diesen Nähfuss allerdings nur im Fachgeschäft und auf keinen Fall diese Riesenschachteln mit allen möglichen Nähfüßchen, die meistens aus Plastik sind und hinterher dann doch nicht funktionieren.

Besser ein gutes Nähfüßchen, als 20 schlechte.

Festonstich

 

Bei einigen schwierigen Stoffen wird der Zick-Zach Stich ueberhaupt nicht. In diesem Fall kann man immer noch mit der Hand versaeubern, z. B. mit dem Festonstich.

Naht steppen oder absteppen

Steppen bedeutet von der rechten Stoffseite parallel zu einer bereits genähten Naht entlang nähen. Das gibt dem Kleidungsstück ein professionelle Aussehen

Die Steppnaht machten wir auf der rechten Seite und dient zum einen um die Naht zu festigen, zum anderen auch um die Nahtzugabe zu fixieren oder manchmal auch einfach nur zur Zierde in einer anderen Farbe wie z. B. bei Jeans.

Taschen werden oft abgesteppt, um die Nahtzugabe zu verstecken.

Steppnähte oder Ziernähte sehen am schönsten aus, wenn sie mit einer etwas längeren Stichlänge (3-4 mm) gesteppt werden.

Oft wird auch vom knappkantigen Absteppen gesprochen, was bedeutet, dass die Steppnaht in diesem Fall besonders nah (also knapp) an der Kante liegen soll.

Um die richtige Position zu finden empfehle ich euch, mit dem Handrad den ersten Stich machen.

Noch ein paar Tipps am Ende

  • Manchmal wird die Naht nicht schön, weil der Unterfaden nicht sauber aufgespult ist.
  • Wenn der Faden dauernd reißt, kann es daran liegen, dass das Garn zu alt oder einfach zu billig ist. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den schönen, farbenfrohen Schachteln im Hard Discount auch meistens nicht widerstehen kann.
  • Für dünne weichte Stoffe braucht ihr dünnes Nähgarn.
  • Wechselt öfter mal die Nadel, denn wenn die Nadel stumpf ist kann sie auch nicht sauber nähen.
  • Benutzt die richtige Nadelstärke für den jeweiligen Stoff.
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